Position zur Jugendkriminalität

Prävention und effektive Resozialisierung sind gefordert
Die Sulzer Genossen befürworten eine zukunftsfähige und wirkungsvolle Bekämpfung der Jugendkri­minialität – Ausbau der Jugend- und Schulsozialarbeit in Sulz gefordert

„Die neuerliche Verleumdungskampagne von Bürgern mit Migrationshintergrund durch die CDU und den noch amtierenden hessischen Ministerpräsidenten Koch wurde von den Wählerinnen und Wäh­lern in Hessen entlarvt. Dies zeigt, dass die Menschen ein Interesse an vernünftigen Lösungen ha­ben“, so der SPD-Vorsitzende Klaus Eisenhardt. „Wenn wir Gewalt und Kriminalität von jungen Menschen wirkungsvoll bekämpfen wollen, dann nicht mit populistischen Wahlkampfparolen, sondern mit effektiven und wissenschaftlich abgesicherten Konzepten, die auch über den Wahltag hinaus das Problem angehen“, so Eisenhardt weiter.

Eine Verschärfung des Jugendstrafrechts verspricht dabei wenig Erfolg. Der bekannte Kriminologe Christian Pfeiffer weist unter anderem darauf hin, dass eine Verschärfung der Strafandrohung für Körperverletzung im Jahr 1998 keine abschreckende Wirkung erzielte. Zudem sind in vielen Bereichen die Strafen für erwachsene und jugendliche Straftäter ohnehin schon dieselben. Härtere Gefängniss­trafen tragen zudem dazu bei, dass die jugendlichen Straftäter noch gewalttätiger werden. Gefordert sind vielmehr effektive Resozialisierungskonzepte und eine intensive Betreuung jugendlicher Straftä­ter, die darauf abzielen, soziale Defizite abzubauen und adäquate Verhaltensformen zu erlernen.

Um es gar nicht so weit kommen zu lassen, muss im Mittelpunkt zukünftiger Anstrengungen aber die Prävention stehen. Die Forschungen zeigen, dass Jugendkriminalität in erster Linie ein „Unter­schichtenproblem“ ist und zudem mit dem Bildungsstand der jugendlichen Täter korreliert. Gefordert sind aus diesem Grund eine Bildungspolitik, die Kindern und Jugendlichen aus bildungsfernen Schich­ten bessere Bildungschancen ermöglicht und ein Ausbau der Sozialarbeit im Lebensumfeld gefährde­ter Jugendlicher sowie der Schulsozialarbeit.

Als Konsequenz aus diesen Erkenntnissen fordern die Sulzer Genossen von der Stadt Sulz ein schlüssi­ges Konzept zur Betreuung und Begleitung gefährdeter Jugendlicher, in dessen Mittelpunkt nach An­sicht der Genossen ein Ausbau der Schulsozialarbeit und der Jugendsozialarbeit in Sulz stehen muss. „Hier muss sich die Stadt endlich bewegen“, so der SPD-Gemeinderat Klaus Schätzle. „Alle Vorstöße der SPD-Fraktion in diese Richtung wurden von der Verwaltung bisher im Keim erstickt und nicht ein­mal einer Diskussion für würdig befunden. Wir leben in Sulz aber nicht auf einer Insel der Glückseli­gen. Die SPD-Fraktion wird das Thema Schul- und Jugendsozialarbeit jedenfalls konsequent weiter verfolgen.“

Klaus Eisenhardt, 3. Februar 2008

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