Wachsam sein - Über die Qualität der Sulzer Arbeitsplätze

Veröffentlicht am 01.02.2010 in Kommunalpolitik

SPD-Stadtrat Klaus Schätzle

Südwestpresse, 29. Januar 2010
Am Bericht über die städtische Wirtschaftsförderung entzündete sich im Gemeinderat eine Diskussion über die Qualität der Sulzer Arbeitsplätze.

Sulz. Hauptamtsleiter und Wirtschaftsförderer Hartmut Walter hat am Montag dem Sulzer Gemeinderat seinen Bericht vorgelegt, der mehr einem Rundumschlag glich. Denn darin findet sich so ziemlich alles, was im vergangenen Jahr in Sulz auf Betreiben von Stadtverwaltung, Gemeinderat oder Ortschaftsräten geschehen ist. „Konjunkturell war das ein verflixtes siebtes Jahr“, gestand Walter, der eben vor sieben Jahren diesen Job angetreten hat. Dass in einer konjunkturell so schwierigen Zeit aber vier Kräne gleichzeitig in den Neckarweisen arbeiten, wertete Walter als Zeichen dafür, dass in Sulz doch noch so manches am Entstehen ist.

FWV-Stadtrat Erwin Stocker zeigte sich beeindruckt vom Bericht: „Es ist positiv, was alles gelaufen ist.“ CDU-Stadtrat Robert Trautwein regte an, diesen „Jahresrückblick“ ansehnlich gestaltet am Sulzer Messestand und auf den Rathäusern auszulegen.

GAL-Stadträtin Heidi Kuhring regte an, dass in Sulz die Zusammenarbeit der Stadt mit dem Handels- und Gewerbeverein verbessert werden könne. Walter sprach hingegen von einer guten Zusammenarbeit mit dem HGV.

SPD-Stadtrat Klaus Schätzle sorgt sich indessen um Zahl und Qualität der Sulzer Arbeitsplätze. „Die Wirtschaftsförderung soll ja dem Abfließen von Geld und Arbeitsplätzen entgegenwirken“, so Schätzle. Er rechnete vor, dass zwischen 2003 und 2007 die Zahl der Sulzer Auspendler um 20 Prozent zugenommen habe, während die Zahl der Einpendler um 20 Prozent gesunken sei. „Alles was wir machen sollten wir mal hinsichtlich der Arbeitsplätze untersuchen“, forderte Schätzle, sonst werde man in Sulz ein „Altersarmutsproblem“ kriegen. Sulz laufe Gefahr, zur Wohn- und Schlafstadt zu verkommen, weil im Gegensatz zum Landesdurchschnitt von 59 Prozent in Sulz lediglich 49 Prozent der Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor zu finden seien. Drum fehle es an modernen und anspruchsvollen Arbeitsplätzen, die für junge Leute attraktiv sind.

Bürgermeister Gerd Hieber stimmte Schätzle teilweise zu: „Sie haben recht. Wir müssen wachsam sein. Da gefällt nicht jede Statistik.“ Die städtische Wirtschaftstförderung sei aber erfolgreich, denn „wer weiß, wo wir wären, wenn wir nichts machen würden“. Von unmodernen Sulzer Arbeitsplätzen wollte der Bürgermeister indes nichts wissen und nannte die neue Verzinkerei, die eine der modernsten Anlagen in Europa sei. Auch den jüngst klargemachten Zuzug der Steuerberaterfirma Alltax in den Sulzer Backsteinbau führte Hieber als Mosaikstein für einen ausgewogenen Branchenmix an.

CDU-Stadtrat Robert Trautwein verwies darauf, dass zwar vielleicht viele hochqualifizierte Menschen aus Sulz auspendeln würden, dass aber gerade die weniger qualifizierten in Sulz noch Arbeit fänden. Und gerade für diese Gruppe wäre das Auspendeln noch viele schwieriger.

hz

 

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