Antwort auf Leserbrief v. E.Sänze (AFD)

Veröffentlicht am 27.01.2016 in Allgemein

Antwort auf H. Sänze, SchwaBo, 25.1.2016

Grundstücke auf dem Mond

Man sollte meinen, die lautstarken Verkünder einfacher Wahrheiten hätten von Alexis Tsipras gelernt. Was hat der den Griechen nicht alles versprochen: Verträge wollte er "zerreißen", unpopuläre Sparmaßnahmen nicht nur rückgängig machen sondern ein Füllhorn von Wohltaten über seinen Wählern ausschütten. Naiv oder größenwahnsinnig? Nichts, gar nichts davon ließ sich verwirklichen, und Griechenland steht heute schlechter da als vor einem Jahr: es hat zwölf Monate vergeudet.

Heute wollen AfD- Wahlkämpfer uns weismachen, es gäbe für die Flüchtlingskrise einfache Lösungen. Aber das Asylrecht in seinem Kern anzutasten, hieße, das Grundgesetz zu "zerreißen", was auf legale Weise glücklicherweise nicht zu machen ist. Wie kann die AfD also eine Volksabstimmung versprechen? Genausogut kann sie Grundstücke auf dem Mond verkaufen. Flüchtlinge einfach abzuweisen, heißt, konsequent zuende gedacht, sie ins Meer zurückzutreiben. Schleuser, lasst schon mal die Sektkorken knallen!

Zum Standardrepertoire der großen Vereinfacher gehört auch, dass die SPD an allem Elend schuld ist - vom schlechten Wetter (Rudi Carrell 1975) bis zur Militärmission in Mali ( Sänze 2016 ). Dem Leserbrief entnehme ich, dass die AfD demnächst bei den Ostermärschen dabei sein will. Nur am Rande sei bemerkt, dass die SPD im Kreis Rottweil dies 1984 diskutierte und mit dem Verlust des Landtagsmandats bezahlte - Prinzipientreue ist eine heiße Kartoffel.

Dass die AfD von links angreift, hat nun aber wirklich einen gewissen Charme. Soweit ich mich erinnere, haben die jüngsten Balkankriege nicht mit einem deutschen Angriff auf Jugoslawien begonnen. ( Oder was bedeutet "ausgehen"?) Und wer war das noch mal, dem durch Wiederbewaffnung die "Hand abfallen " sollte. Ach ja, Konrad Adenauer! Kann es sein, dass Herr Sänze nicht nur Geschichtsdaten verwirbelt sondern auch Pazifismus mit "brutaler Ignoranz" (Bgm. Hieber) verwechselt? Oder mit Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid außerhalb der eigenen Grenzen?

 

Klaus Schätzle, 27.1.2016

 

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